ich bin paul…
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der blaue kuli – standesamt nr. 1

4 Kommentare 22. September 2006

sauer war papa – das hab ich schon geschrieben – nach dem versuch, meine geburtsurkunde im standesamt abzuholen. der mann sagte doch tatsächlich, mama und papa müssten nochmals gemeinsam vor ihm erscheinen. grund: zwar hatte die hebamme im krankenhaus auf dem antrag der geburtsurkunde meinen vollständigen namen vermerkt “paul william hudson karmeyer”. auf der rückseite aber versäumt, “karmeyer” als bestimmten familiennamen einzutragen. da so ein verwaltungsmensch offenbar schon beim umblättern einer seite das soeben gelesene vergisst, wollte er den antrag nicht gelten lassen und murmelte was von gesetzgebung in deutschland.

und weil an anderer stelle zwar angekreuzt war, dass der nachname meines papas zu meinem nachnamen bestimmt werden solle, aber nicht ein kreuz in dem kästchen gemacht worden war, das überhaupt die vergabe eines namens festlegte, sollten mama und papa nochmal antanzen, ein vervollständigtes formular nochmals zu unterschreiben.

der standesbeamte muss entweder a) den wahnsinn als folge schlafloser nächte oder b) gewaltbereitschaft in dem c) gesicht oder in den d) stirnfalten meines papas erkannt haben, so dass er sich nach offenbar e) endloser debatte dazu entschloss, bei f) wie “beinahe sowas wie fälschung eines dokuments” ein kreuzchen zu machen und die unterschrift meines papas einfach zu der meiner mama nachtragen zu lassen. nachdem er selbst mit blauem kuli, wie ihn die hebamme benutzt hatte, die fehlenden kreuze nachgezogen hatte…

aber es sollte ja noch dicker kommen…

amnesty international

1 Kommentar 21. September 2006

papa sagt, er werde sich wegen mir an amnesty international wenden, wenn das so weiter geht wie in den ersten nächten.
schließlich gelte schlafentzug als ein form der folter… es ist kurz vor mitternacht – und noch sehe ich ihn schmunzeln bei diesen worten…

zuhause

5 Kommentare 20. September 2006

habe mein zimmer bezogen. prima hier. langsam lebe ich mich ein. auch wenn schwester karin mir fehlt. die hat mir immer so nette komplimente gemacht. papa war im standesamt. geburtenstelle. ist wütend wieder nach hause gekommen. doch davon später mehr. auch davon, dass ich laut krankenkasse einen beruf habe. “beruf: kind”- so hat es der mann von der versicherung eingetragen ins formular. zum glück haben die aber auch eingetragen, dass ich “nicht erwerbsfähig” bin. muss ja alles seine richtigkeit haben…

PS: habe mich verlesen. “nicht erwerbstätig” steht im formular. macht natürlich einen riesen-unterschied. vielleicht hat jemand einen job für mich? bin also doch zu allem fähig…

hungriges kerlchen

Keine Kommentare bisher 17. September 2006

[inspic=85,left,fullscreen,thumb] mama sagt, ich sei ein hungriges kerlchen und könnte nicht genug bekommen. und papa sagt, ich würde ihnen noch die haare vom kopf fressen. ganz toller spruch: das würde bei papa ja nicht mal für eine einzigen nachtisch reichen… ich halte mich da lieber an die trinkbecher, die schwester karin mir reicht. die sagt, ich halte mich an dem becher immer so fest, als würde ich auch den noch mitessen wollen. papa hat wieder ein foto gemacht. als “beweis” wie er sagt.

ps: montag gehts nach hause!

erster ausflug

1 Kommentar 16. September 2006

800_img_8126.jpgheute machen mama, papa und ich unseren ersten ausflug. ziel ist die cafeteria. blöd nur, dass es dort zwar automaten für kaffee, aber keine für muttermilch gibt. eine echte marktlücke. wie ich aussehe, wenn ich glücklich von meiner ganz persönlichen milchbar zurückgekehrt bin, seht ihr hier nebenan.

‘tschuldigung

3 Kommentare 15. September 2006

ich komm gar nicht mehr zum schreiben. so ein stress. stillen, schlafen, mama und papa anlächeln, stillen, schlafen, durch schreien auf mich aufmerksam machen, schlafen, stillen, schlafen, lächeln… man kommt einfach zu nix anderem mehr.

ps: meine daumen sind zu mir zurückgekehrt. haben mir nicht verraten wo sie waren. vielleicht hat sie der komische hase gehabt mit den langen ohren, mit dem ich jetzt mein bettchen teilen muss und der mich vom fußende aus die ganze zeit so blöd angrinst.

immer wieder gefragt

2 Kommentare 14. September 2006

“wie heißt er denn, der kleine?”  paul heiß ich. steht ja oben drüber hier.

aber die leute haben recht:

Paul als Form von Paulus ist lateinischen Ursprungs und heißt „klein“. Der Name bedeutet damit „der Kleine“.

Außerdem: William ist die englische Form von Wilhelm. Der Name entstammt dem Althochdeutschen und lässt sich von willio (Wille, Entschlossenheit) und helm (Helm, Schutz) herleiten.

Hudson ist unter anderem ein Fluss in Nordamerika.

bin ich also ein kleiner entschlossener helmträger auf dem weg richtung meer? was sich meine eltern dabei nur gedacht haben…

ps: einen erklärungsversuch gibt es hier

ähnlichkeiten?

Keine Kommentare bisher 14. September 2006

paulrund.jpg mein papamama meint, ich sähe so aus wie der papa auf alten kinderbildern. ich habe mir extra mal zwei heraussuchen lassen.

ich finde ja, dass ich – hier links im bild und ein wenig müde – von uns beiden der hübschere bin. wenigstens habe ich mehr haare …;-)

ich als raubritter

2 Kommentare 12. September 2006

da wach ich auf und kann meine daumen nicht mehr finden. obwohl es doch jetzt so hell ist um mich herum. bislang waren die ganz praktisch, hab sie mir gern – bis zum anschlag – in den mund geschoben. jetzt sind an der stelle so komische stoffteile. meine mama sagt handschuhe dazu.

die müsse sie mir anziehen, hat sie mir gesagt. und dass, obwohl es doch wohl spätsommer ist. und auch die schwester, die meine optik doch gestern erst so gelobt hat, nennt mich heute einfach einen “raubritter”. vielleicht habe ich sie auch missverstanden. vielleicht meint sie, ich habe die nacht davon geträumt, ein ritter zu sein und kämpfen zu müssen gegen drachen oder andere schrecklich aussehende wesen.

ein solches wesen, schrecklich zugerichtet, habe ich eben auch wieder gesehen – an der wand des krankenzimmers. es befand sich auf dem arm meines papas, der trug es durch die gegend. dem armen ding muss jemand mit ganz langen fingernägeln fürchterlich durchs gesicht geschrammt sein. jemand ohne handschuhe…

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