ich als raubritter
da wach ich auf und kann meine daumen nicht mehr finden. obwohl es doch jetzt so hell ist um mich herum. bislang waren die ganz praktisch, hab sie mir gern – bis zum anschlag – in den mund geschoben. jetzt sind an der stelle so komische stoffteile. meine mama sagt handschuhe dazu.
die müsse sie mir anziehen, hat sie mir gesagt. und dass, obwohl es doch wohl spätsommer ist. und auch die schwester, die meine optik doch gestern erst so gelobt hat, nennt mich heute einfach einen “raubritter”. vielleicht habe ich sie auch missverstanden. vielleicht meint sie, ich habe die nacht davon geträumt, ein ritter zu sein und kämpfen zu müssen gegen drachen oder andere schrecklich aussehende wesen.
ein solches wesen, schrecklich zugerichtet, habe ich eben auch wieder gesehen – an der wand des krankenzimmers. es befand sich auf dem arm meines papas, der trug es durch die gegend. dem armen ding muss jemand mit ganz langen fingernägeln fürchterlich durchs gesicht geschrammt sein. jemand ohne handschuhe…